Gibt Hochwasser keine Chance
Fensterfront am Erweiterungsbau der Hamburger Rathauspassage mit PMMA abgedichtet
Hamburg, 13.05.2026. Nach ihrer Sanierung und Erweiterung erhält die Rathauspassage in Hamburg ein komplett neues Gesicht: Eine große Fensterfront zur Kleinen Alster hin wird spannende Aus- und Einblicke erlauben. Die Nähe zum Gewässer birgt jedoch auch Gefahren, die bei der Planung bereits berücksichtigt wurden. So wurden zur Sicherheit im Falle eines Hochwassers entsprechende Schutzfenster verbaut. Damit auch an der Fuge zwischen diesen und dem Mauerwerk kein Wasser ins Innere eindringen kann, entschied man sich für eine Abdichtung der Anschlüsse mit Triflex ProDetail. Die Kombination aus Flüssigabdichtung auf Basis von Polymethylmethacrylat (PMMA) und den Hochwasserschutzfenstern des Herstellers Alpine ist durch das Rosenheimer Institut für Fenstertechnik (ift) zertifiziert und bietet somit erwiesenermaßen einen dauerhaft funktionstüchtigen Schutz.
Die Hamburger Rathauspassage verbindet nicht nur die S-Bahn-Station mit der U-Bahn. Seit 1998 eröffnen die dort angesiedelte Gastronomie, das Buchgeschäft sowie der Veranstaltungsraum Langzeitarbeitslosen, Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung oder anderen Menschen in sozialer Not die Chance, am Erwerbsleben teilzuhaben. Ein Wasserschaden, verursacht durch einen Defekt in der Gebäudetechnik, hinterließ jedoch immense Schäden an der Bausubstanz, sodass die Rathauspassage vorübergehend schließen musste. Man entschied sich jedoch im Zuge der notwendig gewordenen Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten, eine Erweiterung auf insgesamt 1.000 m² Fläche zu realisieren und die Passage baulich zur Kleinen Alster zu öffnen. Was dem Gebäude mehr Sichtbarkeit im Stadtbild gibt, stellt jedoch große Anforderungen an die Konstruktion. Denn zum Schutz der Räume und der U-Bahn vor Überflutung wurde bei der Planung Hochwasserschutz großgeschrieben.
Abdichtung von Hochwasserschutzfenstern:
„Kleine Anwendung mit großer Auswirkung“
Die neue Fensterfront des Erweiterungsbaus grenzt unmittelbar an die Kleine Alster. Sie besteht aus zwölf einzelnen Elementen und ist rund 34 m² groß. „Im Fall der Fälle muss das Glas bei einer Anstauhöhe von 100 cm über Unterkante der betroffenen Fläche einer Seitendruckkraft von circa 7 KN, das sind über 700 kg, standhalten. Bei einer Verdopplung der Wasserstandhöhe vervierfacht sich die Krafteinwirkung“, erläutert Christian Rank, Inhaber der mit dem Fenstereinbau beauftragten Firma Rank Wasserschutzsysteme. Für einen effektiven Schutz vor eindringendem Wasser bedarf es jedoch nicht nur des richtigen Fensters, sondern auch einer dauerhaft funktionstüchtigen Abdichtung. Gemeinsam mit dem Flüssigkunststoff-Experten Triflex erarbeitete Christian Rank eine Lösung für das Projekt, die eine Abdichtung der Hochwasserschutzfenster mit einem System auf PMMA-Harzbasis vorsah. „Was bringt ein Hochwasserschutzfenster, wenn dieses am Übergang zum Mauerwerk nicht zuverlässig abgedichtet wurde und Wasser durch diese Fuge gelangen kann? Der Bauteilanschluss stellt hier eine kleine Anwendung mit großer Auswirkung dar, sollte die Abdichtung versagen. Deswegen ist eine funktionstüchtige Abdichtung ebenso wichtig wie das Fenster“, ergänzt Robby Schmidt, für das Projekt zuständiger Objektmanager bei Triflex.
Abdichtungs-Fenster-Kombi mit ift-Zertifizierung
Triflex und der Verarbeiter schlugen dem Bauherrn gemeinsam die Kombination von Hochwasserschutzfenstern der Firma Alpine mit dem speziell für Anschlüsse entwickeltem Detail Abdichtungssystem Triflex ProDetail vor. „Unsere PMMA-Systeme bieten auf einer Vielzahl von Untergründen hervorragende Haftungseigenschaften, was sie ideal für Bauteilabschlüsse macht. Zudem sind sie hydrolysebeständig und damit stauwasserdicht“, erklärt Robby Schmidt. Die Kompatibilität von Fenster und Abdichtungsmaterial und somit die Eignung als wirksame Barriere gegen eindringendes Wasser wurde vom ift Rosenheim geprüft, bestätigt und zertifiziert, was schließlich auch den Bauherrn überzeugte.
Einfache Verarbeitung
Triflex ProDetail verfügt über das allgemeine bauaufsichtliche Prüfzeugnis (abP). Die Flüssigabdichtung hat eine systemintegrierte Armierung mit einem Spezialvlies, das dem Material hohe dynamisch rissüberbrückende Eigenschaften verleiht. Es ist auf jeder Untergrundgeometrie applizierbar und haftet auch auf senkrechten Flächen vollflächig auf. Zur Untergrundvorbehandlung genügte in diesem Fall ein Anschleifen des Mauerwerks bzw. ein gründliches Reinigen der Fensterrahmen. Anschließend wurde der Triflex Cryl Primer 276 als Grundierung aufgetragen. Dann erfolgte die Abdichtung mit Triflex ProDetail. Das Spezialvlies wird dabei in zwei Schichten des flüssigen Harzes eingebettet. „Die Verarbeitung von Triflex ProDetail ist für uns aufgrund der besonderen Anforderungen – gerade in senkrechten und Überkopf-Bereichen – als hervorragend zu bezeichnen“, sagt Christian Rank.
Eine Lösung, zwei unterschiedliche Einsatzbereiche
Des Weiteren kam Triflex ProDetail als Systemkomponente von Triflex JWS auch an den Gebäudedehnfugen zur Anwendung. Triflex JWS dient der Abdichtung von WU-Betonfugen nach WU-Richtlinie. In der Systemvariante 1 kann damit an Sollrissfugen, Arbeitsfugen und Bewegungsfugen mit einer Breite von bis zu 30 mm ein zuverlässiger Schutz vor eindringender Feuchtigkeit hergestellt werden. Dabei wird eine PE-Rundschnur mit einem Steinklebeband eingeklebt. Im nächsten Schritt wird Triflex ProDetail reich vorgelegt, das Vlies eingebettet und frisch in frisch nachgelegt. Im Fall der Dehnungsfugen der Rathauspassage erwies es sich erneut als vorteilhaft, dass Triflex ProDetail auf unterschiedlichen Untergründen problemfrei haftet, lagen dort mit Beton, Stahl und Bitumen gleich drei verschiedene vor. Das Triflex Abdichtungssystem besitzt ein eigenes abP-Prüfzeugnis für den Einsatz an WU-Betonfugen. „Auch Fugen wie diese stellen in puncto Hochwasserschutz eine Schwachstelle dar, die mit Flüssigkunststoff-Abdichtungen behoben werden kann“, bestätigt Robby Schmidt.
Alle Projektbeteiligten zufriedengestellt
„Aktuell gibt es keine Normen für das An- und Abdichten von Hochwasserschutzelementen“, bemängelt Christian Rank. „Prinzipiell ist es anzuraten, die für den Bereich geltenden DIN-Normen sowie die Güte- und Prüfbestimmungen zur Anbringung technischer Hochwasserschutzprodukte des Europaverbands Hochwasserschutz e. V. zu beachten, wobei sich diese im Bestand nicht immer vollumfänglich umsetzen lassen. Deswegen sind das Fachwissen, die Erfahrung sowie die Sorgfalt des Verarbeiters von großer Wichtigkeit.“ Das Know-how des ausführenden Betriebs wurde durch die Beratungskompetenz von Triflex ergänzt. „Triflex hat uns bei den technischen Lösungsausarbeitungen, Kompatibilitätsprüfungen, bei der Bereitstellung relevanter Prüfzeugnisse und -zertifikate, bei der Vorstellung der angebotenen Lösung beim Bauherrn sowie der Betreuung vor Ort unterstützt“, so Christian Rank. Er ist mit dem Ergebnis der Abdichtungsarbeiten vollends zufrieden. „Wir arbeiten seit vielen Jahren erfolgreich und sehr zufrieden mit Triflex-Produkten und haben das Unternehmen als sehr kompetenten und zuverlässigen Partner kennengelernt“, schließt Rank.
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Objektdaten
Projekt: Abdichtung Hochwasserschutzfenster an der Ratshauspassage Hamburg
Bauherr: Freie und Hansestadt Hamburg, Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer
Planung: Medium Architekten, Hamburg
Ausführung: Rank Wasserschutzsysteme, Inning am Ammersee
Untergrund: Mauerwerk und Kunststoff (Bereich Fenster), Beton (Fuge)
Abdichtung: Triflex ProDetail
Zeitraum: 2021-2022






