Zwei Jahre Wundmobil der Gesundheitszentrale: Wenn spezialisierte Wundversorgung direkt vor die Haustür kommt
Bottrop, 09.07.2026. Seit zwei Jahren ist das Wundmobil der Gesundheitszentrale in Bottrop und der Region unterwegs. Mehr als 175 Patientinnen und Patienten wurden seitdem ambulant versorgt, über 2.100 spezialisierte Wundbehandlungen durchgeführt. Für Gründerin und Geschäftsführerin des ambulanten Pflegedienstes Dilek Oktay ist das mobile Angebot mehr als ein Fahrzeug: Es ist ein Baustein für eine wohnortnahe Versorgung, die Menschen entlastet und Versorgungslücken schließt.
Wenn eine Wunde nicht heilt, bestimmt sie oft den ganzen Alltag. Termine müssen organisiert, Wege zur Praxis bewältigt, Angehörige eingebunden und Schmerzen ausgehalten werden. Für viele ältere oder in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen ist genau das eine zusätzliche Belastung. Die Gesundheitszentrale in Bottrop hat deshalb vor zwei Jahren ein Angebot auf den Weg gebracht, das spezialisierte Wundversorgung direkt zu den Menschen bringt: das Wundmobil.
Was zunächst als Idee aus dem Pflegealltag heraus entstand, hat sich inzwischen als fester Bestandteil der ambulanten Versorgung etabliert. Mehr als 1.050 Hausbesuche, rund 24.000 gefahrene Kilometer und durchschnittlich zehn bis 15 Einsätze pro Woche zeigen, wie groß der Bedarf ist. Das Wundmobil ist in Bottrop und der Region unterwegs und wird dort eingesetzt, wo Patientinnen und Patienten eine fachgerechte Versorgung benötigen, der Weg in eine Praxis oder Ambulanz aber schwerfällt.
„Als ambulanter Pflegedienst sehen wir jeden Tag, wie belastend chronische und schwer heilende Wunden für die Betroffenen sind“, sagt Dilek Oktay, Gründerin und Geschäftsführerin der Gesundheitszentrale. „Unser Ziel war es, nicht zu warten, bis die Menschen zu uns kommen können, sondern die Versorgung dorthin zu bringen, wo sie gebraucht wird.“
Das Fahrzeug ist dafür wie ein kleines Behandlungszimmer ausgestattet. An Bord sind sterile Instrumente, hochwertiges Verbandsmaterial, Diagnostik- und Dokumentationstechnik sowie alle Materialien, die für eine professionelle Wundversorgung benötigt werden. Die Wundexpertinnen und Wundexperten der Gesundheitszentrale können damit vor Ort behandeln, den Heilungsverlauf dokumentieren und die individuelle Situation der Patientinnen und Patienten direkt in die Versorgung einbeziehen. Gerade dieser Blick auf das häusliche Umfeld ist für Dilek Oktay entscheidend. Denn eine gute Wundversorgung endet nicht beim Verbandswechsel. Wohnsituation, Mobilität, Unterstützung durch Angehörige, Ernährung, Begleiterkrankungen und Alltag spielen eine wichtige Rolle. „Wir behandeln nicht nur eine Wunde. Wir sehen den Menschen dahinter und schauen, was im Alltag wirklich gebraucht wird“, so Oktay. „Wenn Schmerzen nachlassen, Mobilität zurückkehrt und wieder mehr Lebensqualität möglich wird, dann wissen wir, warum dieses Angebot so wichtig ist.“ Auch Angehörige profitieren von der mobilen Versorgung. Sie müssen weniger Fahrten organisieren, erhalten Beratung im direkten Umfeld und erleben, dass die Behandlung ohne lange Wartezeiten oder zusätzliche Wege möglich ist. Für viele Familien bedeutet das eine spürbare Entlastung.
Die Gesundheitszentrale arbeitet beim Wundmobil eng mit Hausarztpraxen, Fachärzten, Kliniken und Pflegeeinrichtungen zusammen. Mehr als 20 Netzwerkpartner sind in die Versorgung eingebunden. Diese Zusammenarbeit ist besonders wichtig, weil chronische Wunden häufig komplexe Ursachen haben und Diabetes, Durchblutungsstörungen, eingeschränkte Mobilität oder ein höheres Alter Heilungsprozesse erschweren können. Entsprechend braucht es Erfahrung, Fachwissen und kurze Wege zwischen den Beteiligten.
Neben dem mobilen Angebot hat die Gesundheitszentrale auch ein eigenes Wundforum entwickelt. Es soll den fachlichen Austausch zwischen Pflege, Medizin und weiteren Gesundheitsberufen stärken. Aktuelles Wissen, praktische Erfahrungen und neue Ansätze in der Wundversorgung kommen dort zusammen. Für Dilek Oktay ist das ein wichtiger Schritt, um Qualität nicht nur im eigenen Unternehmen, sondern im gesamten Netzwerk weiterzuentwickeln. Digitale Prozesse sollen weiter ausgebaut, die Zusammenarbeit mit Ärztinnen, Ärzten, Kliniken und weiteren Partnern intensiviert und das Angebot kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Zum zweijährigen Bestehen zieht die Gesundheitszentrale eine positive Bilanz, sieht das Wundmobil aber nicht als abgeschlossenes Projekt. Der Bedarf an spezialisierter ambulanter Wundversorgung wird nach Einschätzung der Gesundheitszentrale weiter steigen, denn der demografische Wandel, chronische Erkrankungen und die wachsende Zahl älterer Menschen machen wohnortnahe Versorgungsangebote immer wichtiger. Mobile Konzepte wie das Wundmobil können dabei helfen, Arztpraxen und Krankenhäuser zu entlasten und Patientinnen und Patienten früher, regelmäßiger und individueller zu versorgen. „Wir sind stolz darauf, dass aus einer Idee ein funktionierendes Versorgungskonzept geworden ist“, sagt Dilek Oktay. „Das Vertrauen unserer Patientinnen und Patienten und der Einsatz unseres Teams zeigen uns, dass wir damit den richtigen Weg eingeschlagen haben.“
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